Table of Contents
Der Body Mass Index, oft mit BMI abgekürzt, ist ein Gesundheitsindikator, der aufzeigen soll, ob du zu wenig, genau richtig oder zu viel wiegst und eventuell abnehmen solltest. Vielleicht hast du ihn schon einmal selbst berechnet und festgestellt, dass das Ergebnis nicht immer die Realität widerspiegelt. Zum Beispiel zeigt der BMI bei Bodybuildern oft Übergewicht oder sogar Adipositas an.
Was soll man also davon halten? Kann man dem BMI wirklich vertrauen und ihn zur Überwachung von Gewicht und Gesundheit nutzen?
Was ist der BMI?
Der Body Mass Index, besser bekannt als BMI, ist ein einfaches Instrument zur Bewertung des Körpergewichts. Der Wert, den du durch die BMI-Berechnung erhältst, gibt dir eine grundlegende Einschätzung, wie gut dein Gewicht zu deiner Körpergröße passt. Seine Einfachheit und schnelle Berechnung erklären wohl seine weite Verbreitung und Beliebtheit. Er wurde erstmals 1830 von einem belgischen Statistiker und Mathematiker, Adolphe Quetelet, entwickelt. Damals brauchten Wissenschaftler eine Methode, um das Gewicht von Bevölkerungen schnell und effizient zu beurteilen und potenzielle Gesundheitsrisiken zu identifizieren. Der BMI hilft nicht nur, Adipositasraten zu überwachen, sondern auch Untergewichtsfälle zu erkennen, was besonders in Entwicklungsländern wichtig ist. [4,8]
Heutzutage zeigt der BMI, dass 2019 etwa 59 % der Erwachsenen in den Ländern der Europäischen Union entweder übergewichtig oder fettleibig waren. Der Anteil war bei Männern (63 %) höher als bei Frauen (54 %). Diese Ergebnisse und Statistiken helfen Ländern dabei, Strategien zur Bekämpfung des Problems zu entwickeln. [17]
Ursprünglich wurde der BMI entwickelt, um Bevölkerungen zu überwachen, nicht, um individuelles Gewicht oder persönliche Gesundheitsprobleme zu bewerten. Mit der Zeit begann man jedoch, ihn auch dafür zu nutzen. Hier werden seine größten Schwächen offensichtlich: Er berücksichtigt nicht die individuellen Unterschiede innerhalb der Bevölkerung, wie z. B. Fettverteilung, Alter oder Geschlecht. Dabei sind diese Faktoren entscheidend, um einzuschätzen, ob das Gewicht eines Menschen ein größeres Gesundheitsrisiko darstellt.

Wie berechnet man den BMI?
Die Berechnung des BMI ist sehr einfach. Du musst nur dein Körpergewicht in Kilogramm und deine Körpergröße in Metern kennen und folgende Formel anwenden:
BMI = Körpergewicht (kg) / Körpergröße (m)²
Ein Beispiel: Anna wiegt 60 kg und ist 165 cm groß. Ihre BMI-Berechnung sieht folgendermaßen aus:
BMI = 60 / 1,65² = 22,03 kg/m
Mit dieser einfachen Berechnung kann Anna feststellen, dass ihr BMI, wie wir später noch besprechen, im Bereich des Idealgewichts für ihre Körpergröße liegt. In Kombination mit anderen Methoden, wie Techniken zur Messung des Körperfettanteils, kann sie ein klareres Bild davon bekommen, ob ihr Gewicht aus gesundheitlicher Sicht optimal ist.
Du kannst deinen BMI jederzeit selbst berechnen. Noch einfacher geht es mit unserem BMI-Rechner.

Was sagt dein BMI-Ergebnis aus?
Der Wert, den du aus der BMI-Berechnung erhältst, zeigt dir, ob du Normalgewicht, Untergewicht, Übergewicht oder Adipositas hast. Darauf basierend kannst du weiter einschätzen, wie dein Gewicht deine Gesundheit beeinflussen könnte.
Kurzklassifikation des BMI
Am häufigsten triffst du auf diese einfache Klassifikation in Form einer BMI-Tabelle der Weltgesundheitsorganisation (WHO):
| BMI | |
|---|---|
| Untergewicht | <18,5 kg/m2 |
| Normalgewicht | 18,5 – 24,9 kg/m2 |
| Übergewicht | 25 – 29,9 kg/m2 |
| Adipositas | ≥30 kg/m2 |
Was bedeuten diese Werte in der Praxis?
- Untergewicht (<18,5 kg/m²): Wird als sehr niedrig angesehen und deutet auf Untergewicht hin. Es ist wahrscheinlich nötig, zuzunehmen, um einen gesunden Körper zu erhalten.
- Normalgewicht (18,5 – 24,9 kg/m²): Zeigt ein gesundes Körpergewicht im optimalen Bereich. Obwohl der genaue Körperfettanteil nicht bestimmt werden kann, deutet dieses Ergebnis darauf hin, dass das Risiko von Gesundheitsproblemen gering ist.
- Übergewicht (25 – 29,9 kg/m²): Weist auf Übergewicht hin. Wenn dieses Gewicht durch überschüssiges Fett bedingt ist, reagiert dein Körper positiv, wenn du ein paar Kilo abnimmst. Das kannst du durch eine angepasste Ernährung, einen durchdachten Trainingsplan und allgemeine Lebensstiländerungen erreichen.
- Adipositas (≥30 kg/m²): Ist mit zahlreichen Gesundheitsrisiken verbunden. Daher ist es wichtig, Gewicht durch eine Reduktionsdiät zu verlieren. Adipositas ist jedoch oft ein komplexes Gesundheitsproblem, sodass es sinnvoll ist, einen Arzt oder Adipositas-Spezialisten hinzuzuziehen und mit einem Ernährungstherapeuten über Ernährungsumstellungen zu sprechen.
Detailliertere Klassifikation des BMI
Für ein besseres Verständnis gibt es auch eine detailliertere Klassifikation in Form einer BMI-Tabelle, ebenfalls von der WHO, die Adipositas in verschiedene Schweregrade unterteilt:
| BMI | |
|---|---|
| Sehr starkes Untergewicht | <16,5 kg/m2 |
| Untergewicht | 16,5 – 18,4 kg/m2 |
| Normalgewicht | 18,5 – 24,9 kg/m2 |
| Übergewicht | 25 – 29,9 kg/m2 |
| Adipositas Grad 1 | 30 – 34,9 kg/m2 |
| Adipositas Grad 2 | 35 – 39,9 kg/m2 |
| Adipositas Grad 3 | ≥ 40 kg/m2 |
Leider liefert der BMI allein nicht immer ein klares Bild darüber, ob dein Gewicht gesund ist oder nicht. Um ein vollständiges Verständnis zu erlangen, solltest du idealerweise den Fett- und Muskelmassenanteil einer Person kennen. Zum Beispiel kann eine schlanke Person mit viel Muskelmasse, wie ein Bodybuilder, laut BMI in die Kategorie Übergewicht oder Adipositas fallen. Umgekehrt ist es auch möglich, dass jemand als untergewichtig oder normalgewichtig eingestuft wird, obwohl diese Person eine minimale Muskelmasse und einen übermäßigen Fettanteil hat. Dieser Zustand wird als „Skinny Fat“ bezeichnet und birgt Gesundheitsrisiken wie erhöhte Cholesterinwerte, Insulinresistenz und andere Stoffwechselprobleme. [7]
Solche Probleme treten hauptsächlich auf, wenn du den BMI zur Bewertung einzelner Personen verwendest. Beim Screening größerer Bevölkerungsgruppen – wo der BMI besser geeignet ist – sind diese Schwächen jedoch weniger ausgeprägt. Schließlich sind die meisten Menschen keine Bodybuilder, sondern haben eine typische Körperzusammensetzung.
Wenn du deinen BMI berechnest, um einen möglichst genauen Eindruck von deinem Status zu bekommen, solltest du zusätzlich auch deinen Körperfettanteil ermitteln. Geräte wie das InBody können diese Analyse durchführen, ebenso wie andere Methoden, die wir im Artikel beschreiben.
Folgende Produkte könnten dich interessieren:
Einschränkungen des BMI
1. Er berücksichtigt die Körperzusammensetzung nicht
Erinnerst du dich an den Bodybuilder, der laut BMI als fettleibig eingestuft werden könnte? Das passiert, weil die Berechnung den Anteil von Muskeln und Fett im Körper nicht berücksichtigt. Im Allgemeinen basiert sie auf einer „typischen“ Person mit einer durchschnittlichen Muskelmasse. Bei einem überdurchschnittlich muskulösen Athleten wird das hohe Gewicht durch Muskelmasse in den BMI-Tabellen jedoch als Übergewicht oder Adipositas interpretiert.
Das ist eine wesentliche Einschränkung des BMI, insbesondere da Adipositas eine spezifische Definition hat. Es handelt sich um die übermäßige Ansammlung von Körperfett, die ein Gesundheitsrisiko darstellt. Ein Überschuss an Muskelmasse hingegen ist unproblematisch. [9]
Wie du vielleicht weißt, sind Muskeln dichter als Fett. Daher erhalten Athleten häufig irreführende Ergebnisse aus der BMI-Berechnung. Es ist durchaus möglich, dass ein muskulöser Athlet mit 8 % Körperfett als fettleibig eingestuft wird. Außerdem kann der BMI frustrierend sein, wenn du beim Abnehmen gleichzeitig Krafttraining machst. Dein Körper kann sich sichtbar verändern, du siehst schlank aus, aber die Waage und der BMI suggerieren etwas anderes.
Deshalb ist es ideal, sowohl den Körperfett- als auch den Muskelanteil zu messen, bevor du Schlüsse ziehst. Ein höherer BMI zeigt in erster Linie ein Gewicht an, das über dem „normalen“ Bereich liegt, bedeutet aber nicht automatisch einen Fettüberschuss oder Übergewicht. [10]
Wenn du wissen möchtest, was außer Muskelmasse noch zu einem höheren Gewicht beitragen kann, lies unseren Artikel: Warum zeigt die Waage bei dir eine höhere Zahl an, obwohl du gar nicht dick bist?

2. Er ignoriert die Fettverteilung
Es ist nicht nur wichtig, wie viel Körperfett du hast, sondern auch, wo es gespeichert ist. Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen zwei Arten von Fett: subkutanem und viszeralem Fett. Subkutanes Fett ist das, was wir auf den ersten Blick sehen können. Es sammelt sich typischerweise an den Oberschenkeln, dem Gesäß und unter der Haut am Bauch an. Dies stellt vor allem ein ästhetisches Problem dar.
Viszerales Fett hingegen ist auf den ersten Blick nicht sichtbar, da es um die Organe in der Bauchhöhle gespeichert wird. Es birgt jedoch wesentlich größere Risiken und wird mit Problemen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und sogar einigen Krebsarten in Verbindung gebracht. [1,14]
Die BMI-Berechnung kann jedoch nicht beurteilen, welche Art von Fett du im Überschuss hast. Eine Person mit einem höheren BMI, deren Fett sich hauptsächlich im unteren Körperbereich sammelt, hat möglicherweise kein Problem. Umgekehrt sollte jemand mit einem BMI über dem Normalbereich, dessen Fett sich hauptsächlich im Bauchraum ansammelt, vorsichtiger sein.

3. Er berücksichtigt das Geschlecht nicht
Die oben genannte Fettverteilung hängt direkt mit dem Geschlecht zusammen. Fett wird bei Männern und Frauen unterschiedlich gespeichert. Du hast bestimmt schon von den Körperformen „Birne“ und „Apfel“ gehört. Die Birnenform ist typisch für Frauen, da sie oft das meiste Fett an Hüften und Oberschenkeln speichern. Bei Männern hingegen sammelt sich das Fett eher um den Bauch, was zu einer apfelförmigen Figur führt. Männer sind zudem anfälliger für eine übermäßige Speicherung von viszeralem Fett.
In der Praxis bedeutet dies, dass ein Mann und eine Frau mit demselben BMI-Wert unterschiedliche Gesundheitsrisiken haben können. Eine Frau, deren Fett hauptsächlich im unteren Körperbereich gespeichert ist, kann vollkommen gesund sein, auch wenn sie übergewichtig ist. Umgekehrt sollte ein Mann, dessen überschüssiges Fett sich vor allem um den Bauch sammelt, seinen Lebensstil überdenken, um Probleme wie Bluthochdruck, Cholesterin oder Blutzuckerwerte zu vermeiden.
4. Er berücksichtigt das Alter nicht
Auch das Alter ist ein Faktor, der bestimmt, wie viel Fett für dich gesund ist. Allerdings berücksichtigt die BMI-Berechnung nicht, wie alt du bist, und kann daher nicht angeben, welches Gewicht für dein Alter ideal ist. Dadurch kann die Bewertung manchmal irreführend sein. Schließlich sieht der fitte Körper einer 25-jährigen Frau natürlich anders aus als der einer gesunden, aktiven Frau in den 60ern. Während jüngere Menschen es oft leichter haben, eine schlanke Figur und eine optimale Muskelmasse zu halten, ist es physiologisch natürlicher, dass ältere Menschen etwas weniger Muskeln und mehr Fett speichern.
Außerdem ist die Schwelle für das, was als hoher BMI gilt, im höheren Alter etwas anders. Bei älteren Menschen liegt die Untergrenze für einen optimalen BMI nicht bei 18,5, sondern bei 23 kg/m². Ein niedriger BMI ist bei älteren Erwachsenen tatsächlich mit höheren Sterblichkeitsraten verbunden. Daher ist es wichtig, das Alter der Person zu berücksichtigen, wenn der BMI berechnet wird. [14]

5. Er berücksichtigt keine ethnischen Unterschiede
Ein weiteres Problem der BMI-Berechnung ist, dass sie keine Unterschiede in der Körperzusammensetzung zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen berücksichtigt. Das liegt daran, dass die BMI-Formel ursprünglich auf Basis von Daten aus weißen Bevölkerungsgruppen entwickelt wurde. In der Praxis macht das die Anwendung auf andere Ethnien weniger geeignet. Beispielsweise neigen Asiaten dazu, bei niedrigeren BMI-Werten einen höheren Körperfettanteil zu haben als weiße Personen. Auf der anderen Seite haben Menschen afrikanischer Herkunft oft eine höhere Knochendichte und mehr Muskelmasse, was ebenfalls die Interpretation ihres BMI beeinflusst.
Das bedeutet, dass derselbe BMI-Wert bei verschiedenen ethnischen Gruppen auf unterschiedliche Körperzusammensetzungen hinweisen kann, die wiederum unterschiedliche Gesundheitsrisiken mit sich bringen. Idealerweise sollten bei der Bewertung des BMI die spezifischen Eigenschaften der jeweiligen ethnischen Gruppe berücksichtigt werden, um eine genauere Einschätzung der Gesundheit einer Person zu ermöglichen. [3,14]

Wie bestimmt man den Körperfettanteil?
Der BMI gibt wenig Aufschluss über den tatsächlichen Fettanteil im Körper. Du kannst ihn daher nur grob anhand deines Spiegelbilds schätzen. Es gibt jedoch einige Methoden, die den Fettanteil messen oder abschätzen können:
- Taillenumfang (WC), Taillen-Hüft-Verhältnis (WHR) und Taillen-Größen-Verhältnis (WHtR) können dir eine Einschätzung über deinen Körperfettanteil geben. Die geschätzten Werte werden anhand von Tabellen ermittelt, die den entsprechenden Parametern zugeordnet sind. Zum Beispiel: Ein Taillenumfang von über 88 cm bei Frauen und über 102 cm bei Männern weist auf ein hohes Gesundheitsrisiko hin. [2]
- Mit einem Fettkaliper kannst du die Hautfaltendicke messen und so den Körperfettanteil schätzen.
- Bioelektrische Impedanzwaagen messen den Körperfettanteil, indem sie die elektrische Leitfähigkeit verschiedener Körpergewebe analysieren. So kannst du deine Muskelmasse, Fettanteile und mehr bestimmen. Bekannte Geräte wie InBody und Tanita basieren auf diesem Prinzip.
- Methoden wie Densitometrie oder DEXA (Dual-Energy X-Ray Absorptiometry) liefern die genauesten Ergebnisse. Sie werden jedoch vor allem zu wissenschaftlichen Zwecken eingesetzt und sind für den Alltag eher unüblich. [5]

Welche Risiken sind mit einem hohen BMI verbunden?
Betrachten wir eine Person mit einem hohen BMI, die nicht außergewöhnlich muskulös ist. In diesem Fall wird das Ergebnis nicht durch Muskelmasse verfälscht, und die Person gehört tatsächlich zur Kategorie „übergewichtig“ oder „adipös“. Hier erfüllt der BMI seinen Zweck und dient als Warnsignal, dass zu viel Körperfett vorhanden ist, was zu verschiedenen gesundheitlichen Problemen führen kann. Welche Komplikationen können durch Übergewicht und Adipositas entstehen?
- Bluthochdruck
- Hoher Cholesterinspiegel
- Herz-Kreislauf-Probleme, einschließlich Herzinfarkte
- Typ-2-Diabetes
- DNA
- Schlafapnoe
- Metabolisches Syndrom
- Psychische Probleme
- Einige Krebsarten (z. B. Dickdarm-, Prostata-, Brust- oder Gebärmutterkrebs)
- Unfruchtbarkeit
- Schlafapnoe
- Schwangerschaftskomplikationen
- Orthopädische Probleme
- Nichtalkoholische Fettlebererkrankung [11,12]
Willst du wissen, in welchem Ausmaß Gene zu Übergewicht beitragen? Dann schau dir den Artikel „Wie beeinflussen Gene dein Gewicht und deine Neigung zu Adipositas?“ an!

Welche Risiken sind mit einem niedrigen BMI verbunden?
Jeden Tag hörst du, wie gefährlich Übergewicht für die Gesundheit ist. Doch über das gegenteilige Problem, Untergewicht, wird weit weniger gesprochen – obwohl es ebenfalls erhebliche Risiken birgt.
- Mangelernährung durch eine unausgewogene Ernährung ist weit verbreitet. Dazu gehören Vitamin– und Mineralstoffmängel wie Eisenmangelanämie oder Kalziummangel.
- Es besteht ein Risiko für Osteoporose (Knochenschwund) und damit verbundene häufigere Knochenbrüche.
- Es kann zu einem geschwächten Immunsystem und hormonellen Veränderungen führen.
- Untergewicht verursacht Erschöpfung, niedrigere Energielevel und eine verminderte körperliche sowie sportliche Leistungsfähigkeit.
- Häufig ist Untergewicht mit Essstörungen wie Magersucht (Anorexia nervosa), Orthorexie oder Bulimie verbunden.
- Es kann auch zu Haarausfall und Hautproblemen führen.
- Bei Frauen und Männern kann es zu Fruchtbarkeitsproblemen führen. [16]
Besonders bei Sportlerinnen tritt oft die sogenannte „Female Athlete Triad“ auf, die mit Untergewicht, geringer Kalorienaufnahme und hohem Energieverbrauch einhergeht. Sie ist durch geringe Energieverfügbarkeit, Menstruationsstörungen und verminderte Knochendichte gekennzeichnet.
Mehr darüber erfährst du im Artikel: „Wie bekämpfst du das Ausbleiben der Menstruation und andere Symptome der Female Athlete Triad?“
Solltest du dich auf den BMI verlassen?
Der Body-Mass-Index (BMI) ist seit langem ein bewährtes Mittel zur Beurteilung des Körpergewichts und hat in der Praxis sicherlich seinen Wert. Es ist jedoch wichtig, seine Grenzen zu erkennen, um nicht durch mögliche Verzerrungen in die Irre geführt zu werden. Wenn du den BMI zur Einschätzung deines Gewichts verwendest, solltest du ihn durch Messungen der Körperzusammensetzung ergänzen. Indem du deine Fett- und Muskelanteile sowie den BMI betrachtest, erhältst du ein umfassenderes Bild deiner Gesundheit. So wird der BMI zu einem hilfreichen Werkzeug auf deinem Weg zu mehr Wohlbefinden.
Wie bewertest du den BMI bei verschiedenen Personengruppen?
Der Body-Mass-Index ist für die meisten Menschen anwendbar, aber nicht für alle zuverlässig.
- Sportler: Bei ihnen liefert der BMI oft falsche Ergebnisse, da eine höhere Muskelmasse den Index in den Bereich „übergewichtig“ oder „adipös“ verschieben kann. Daher sollten hier auch der Körperfettanteil und die Muskelmasse berücksichtigt werden.
- Senioren: Für ältere Menschen liegt der optimale BMI höher als für jüngere Erwachsene. Ein BMI von mindestens 23 kg/m² gilt als gesünder.
- Kinder und Jugendliche: Hier wird der BMI anders als bei Erwachsenen bewertet – mithilfe von Perzentilkurven, die Alter und Geschlecht berücksichtigen. Diese Kurven werden oft von Kinderärzten verwendet. [13]
- Schwangere Frauen: Der BMI dient nicht zur Beurteilung des Gewichts. Die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft besteht hauptsächlich aus dem Baby, der Plazenta, Fruchtwasser, erhöhtem Blutvolumen und Brustgewebe. Fett macht nur einen kleinen Teil aus. Stattdessen gibt es empfohlene Gewichtszunahmen, basierend auf dem Gewicht vor der Schwangerschaft.
Welche Alternativen gibt es zur BMI-Berechnung?
Die Berechnung des BMI ist nicht die einzige Methode, um das optimale Körpergewicht abzuschätzen. Es gibt weitere Indizes, die helfen können:
- BMI Prime ist eine angepasste Berechnung des Body-Mass-Index. Der Wert ergibt sich aus der Division des BMI durch 25, der Obergrenze eines gesunden BMI. Ein BMI Prime von 1,4 bedeutet zum Beispiel, dass die Person 40 % mehr wiegt, als für den optimalen BMI empfohlen.
- Rohrer-Index (Korpulenzindex) wird vor allem bei Kindern und Jugendlichen verwendet, da er Wachstum besser berücksichtigt. Für die Berechnung benötigt man das Gewicht in Gramm und die Größe in Zentimetern. Ein Ergebnis unter 110 kg/m² weist beispielsweise auf Untergewicht hin. [15]
- Broca-Index kann nur bei Personen mit einer Körpergröße zwischen 155 und 165 cm angewendet werden, was seine Verwendung stark einschränkt. [6]
Die wichtigsten Erkenntnisse
Der BMI ist ein nützliches Werkzeug zur Gewichtskontrolle, hat jedoch seine Schwächen. Er berücksichtigt keine individuellen Unterschiede wie Körperzusammensetzung, Fettverteilung, Ethnie oder Alter. Derselbe BMI-Wert kann bei verschiedenen Personen unterschiedliche Gesundheitsrisiken bedeuten. Deshalb solltest du bei der Gewichtskontrolle nicht ausschließlich auf den BMI setzen, sondern auch andere Faktoren wie den Muskel- und Fettanteil sowie deren Verteilung im Körper berücksichtigen. Am besten verwendest du den BMI als Orientierung und kombinierst ihn mit weiteren Methoden, um eine umfassendere Einschätzung zu erhalten.
Hast du jetzt ein besseres Verständnis davon, wie der BMI funktioniert? Wenn dir der Artikel gefallen hat, teile ihn gerne mit deinen Freunden und deiner Familie!
[1] BAJPAI, A. Waist-to-Height Ratio—The New Body Mass Index? – https://link.springer.com/article/10.1007/s12098-022-04257-2
[2] FLEGAL, K. et al. Comparisons of percentage body fat, body mass index, waist circumference, and waist-stature ratio in adults. – https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19116329/
[3] JEONG, S.-M. et al. Different correlation of body mass index with body fatness and obesity-related biomarker according to age, sex and race-ethnicity. – https://www.nature.com/articles/s41598-023-30527-w
[4] KRAKAUER, N.Y. - KRAKAUER, J.C. Untangling Waist Circumference and Hip Circumference from Body Mass Index with a Body Shape Index, Hip Index, and Anthropometric Risk Indicator. – https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29649376/
[5] KURIYAN, R. Body composition techniques. – https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6366261/
[6] LAURENT, I. et al. The use of Broca index to assess cut- off points for overweight in adults: A short review. – https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32495251/
[7] MOHAMMADIAN KHONSARI, N. et al. Normal Weight Obesity and Cardiometabolic Risk Factors: A Systematic Review and Meta-Analysis. – https://www.frontiersin.org/journals/endocrinology/articles/10.3389/fendo.2022.857930/full
[8] PRAY, R. - RISKIN, S. The History and Faults of the Body Mass Index and Where to Look Next: A Literature Review. – https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC10693914/
[9] WORLD HEALTH ORGANIZATION Overweight and obesity. – https://www.who.int/gho/ncd/risk_factors/overweight_text/en/
[10] WU, Y. et al. Advantages and Limitations of the Body Mass Index (BMI) to Assess Adult Obesity. – https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC11204233/
[11] BMI Classification Percentile And Cut Off Points - StatPearls - NCBI Bookshelf. – https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK541070/
[12] Health Risks of Overweight & Obesity - NIDDK. – https://www.niddk.nih.gov/health-information/weight-management/adult-overweight-obesity/health-risks
[13] Child and Teen BMI Categories | BMI | CDC. – https://www.cdc.gov/bmi/child-teen-calculator/bmi-categories.html
[14] Physiology, Body Mass Index - StatPearls - NCBI Bookshelf. – https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK535456/
[15] Ponderal Index Calculator. – https://www.omnicalculator.com/health/ponderal-index
[16] Underweight: A Heavy Concern. – https://www.todaysdietitian.com/newarchives/tdjan2008pg56.shtml
[17] WHO European Regional Obesity Report 2022. – https://www.who.int/europe/publications/i/item/9789289057738
Einen Kommentar abgeben